Auf der zweiten Gebetsstufe wirst Du aufgefordert, bewußt und entschlossen aus Deinem ganz normalen Alltagsgeschäft mit seiner Hektik und Berieselung aus- und in eine Atmosphäre der Besinnung und Ruhe einzusteigen.

Schüttle alle Überforderung, alle Erwartungen und alles banale Geschwätz von Dir ab.

Beten ist eine wohltuende Unterbrechung.

Vielleicht bricht etwas in Deinen Alltag ein, das "mehr" ist als Alltag und das Dir anzeigt, daß Dein Alltag eben nicht alles ist.

Diesen "Einbruch" in den Alltag kann man Gott nennen.

 

Entschuldigungsschreiben an Gott

"O Gebet im Alltag! Du bist arm und ein wenig zerschlissen und mitgenommen wie der Alltag selbst. Du bist keine erhabene Symphonie in einem hohen Dom, sondern wie ein frommes Lied, gut gemeint und von Herzen kommend, ein wenig eintönig und simpel."

(Karl Rahner)

Wie sich Menschen üblicherweise für das Wegbleiben bei Veranstaltungen oder Festen - oder wie die Schüler für das Fehlen im Unterricht - entschuldigen, so entschuldigen Dich in einem Gebet bei Gott für deinen oft mangelnden Kontakt mit ihm.

 

Fühle Dich in Deinen Alltag ein, indem Du einen individuellen Tagesfilm ablaufen läßt. Du kannst auch eine symbolische Uhr skizzieren, in die die Tätigkeiten Deines normalen Alltags eingetragen werden.

Ausgehend von dieser Einstimmung wird die Formulierung des Gebetes mit einer Beschreibung des jeweiligen Alltags, von Aufgaben, Pflichten und selbstauferlegten Zwängen, in denen wir Gott leicht vergessen, begonnen.

Im zweiten Teil des Gebetes wird eine Bitte formuliert, daß sich diese Situation ändern soll und immer wieder Unterbrechungen für die Kontaktaufnahme mit Gott bleiben mögen.

[Vertiefungen zu den Methoden findest Du im .]

Den Blick schärfen

Gott, es ist gut, daß du für uns da bist.

Aber oft denken wir nicht an Dich:

die Arbeit, die vielen Zwänge und Verpflichtungen

drängen das Bewußtsein,

daß Du eigentlich unser Fundament bist,

oft in den Hintergrund.

Es tut mir leid,

daß ich Dich so oft verdränge.

Ich werde versuchen,

den Blick für Dich zu schärfen.

Hilf mir,

daß ich Dich nie ganz aus den Augen verliere.

Michael